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Mukosaprolapssyndrom («mobiler Analkanal»)

Der Proktologe des AMEOS Spitals insiedeln ist ein Spezialist dieser Operation und hat sie in grosser Zahl durchgeführt.

Ein schmerzhaft störender und manchmal blutender Vorfall (Prolaps) der letzten Zentimeter der Analschleimhaut mit chronisch verkürztem Analkanal und gestauten Hämorrhoidalvenen wird als «Mukosaprolapssyndrom» oder «mobiler Analkanal» bezeichnet.  Dieses Krankheitsbild betrifft vor allem jungen Frauen zwischen 35 – 45 Jahren, die Kinder geboren haben. Es wird häufig mit Hämorrhoiden verwechselt und dementsprechend nicht zielführend behandelt.  Es erfordert jedoch ein gänzlich anderes Therapieregime. Der erfahrene Untersucher erkennt den Unterschied.  Auf Grund der Vielfalt der Symptome und Ursachen spricht man von einem Syndrom. Es tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf.

Symptome

Die Beschwerden sind vielfältig und ähneln denen beim Hämorrhoidalleiden.  Schwellungen, quälender Juckreiz, Brennen, Schmerzen, Druckgefühl nach Alkoholgenuss, übelriechende Sekretion und unkontrollierbares Stuhlschmieren, Verstopfung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Schwierigkeiten, den Stuhlgang zu lösen oder zu halten, sind Hinweise auf ein Mukosaprolapssyndrom.

Diagnostik

Die sorgfältige Anamnese, die gezielte behutsame Austastung mit dem Finger und die schmerzlose Spiegelung des Enddarms, sind mit Abstand die wichtigsten und aussagekräftigsten Instrumente der Diagnostik. 
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei, der Patient liegt auf der linken Seite und hält Hüfte und Knie angewinkelt. Es wird nur der Unterkörper entkleidet, die Schuhe können anbehalten werden.  Eine besondere Vorbereitung des Darmes ist nicht notwendig.

Therapie

Die Operation durch den After dauert rund 60 Minuten und wird in Voll- oder Teilnarkose durchgeführt.  Mittels einer transanalen Mukopexie, wird die vorfallende Schleimhaut nach innen gestreckt und der Analkanal in seiner ursprünglichen Länge wiederhergestellt.  Die gestauten Hämorrhoidalvenen schwellen ab. Die Technik gleicht in vielen Punkten der des Rekto-Anal-Repair und wird auch gelegentlich mit einer HAL (Hohen Arterien Ligatur) kombiniert. Die operierte Patientin bleibt eine Nacht im Spital. 

FAQ – Fragen und Antworten

In den ersten Wochen nach der Operation wird sich Ihr Anus verändert und straffer anfühlen. Vergleichbar einem neuen Schuh.   Durch die postoperative Schwellung der Heilungsphase werden Sie für etwa eine Woche den latenten Drang verspüren, die Toilette aufzusuchen. Durch das die ersten Wochen verkleinerte Volumen des Enddarmes, werden Sie bei Stuhldrang zügig die Toilette aufsuchen. Nach 3-4 Wochen ist die Schwellung abgeklungen.

Die Erfolgsaussichten sind sehr gut.  Nicht selten sind präoperative Obstipationsprobleme dauerhaft verschwunden. In etwa 5 Prozent der Fälle gelingt es nicht, die gesamte Schleimhaut in einer einzigen Operation dauerhaft zu fixieren.  Nach frühestens drei Monaten kann dann in einem wesentlich kleineren Eingriff nachgestrafft werden.

Eine Vorbereitung ist nicht notwendig, der Enddarm ist in der Regel leer. Er füllt sich erst kurz vor dem Stuhlgang.

Eine aufwendige Vorbereitung ist nicht notwendig. Bei der Vorbesprechung zur Operation bekommen Sie ein Merkblatt mit den wichtigsten Hinweisen und 2 Microlax Klysmen mit Anleitung zum Gebrauch.

Beim ausführlichen Aufklärungsgespräch werden die Verhaltensregeln erklärt (Merkblatt). Falls bei der Operation ein Schnitt notwendig war, ist der für etwa eine Woche zu spüren. 

Zweimal täglich auf dem Rand der Badewanne sitzend ausduschen, mit einem nassen Papiertuch einer guten Küchenrolle und lauwarmen Wasser vorsichtig reinigen und ebenso trocken tupfen. Toilettenpapier ist nicht geeignet da es sich sofort in der Hand auflöst.

Am besten ist es, wenn Sie einmal täglich geformten Stuhlgang haben. Keine gekauften Feuchttücher verwenden. Verwenden Sie nur Kernseife oder eine andere neutrale Seife. Verwenden Sie sich dicke Monatsbinden aus dem Supermarkt.  Dann bleiben Sie und die Umgebung sauber und trocken.

Routinemässig 3-4 Wochen nach der Operation.

Die Gefahr der dauerhaften Inkontinenz besteht nicht.

Da die Wunden nicht zugenäht werden, kann der Körper die Wunde durch das Absondern von Flüssigkeit reinigen. Etwas Blut gehört dazu und ist harmlos und sogar erwünscht.

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