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Analfistel 

Im AMEOS Spital Einsiedeln wird die Therapie des Fistelleidens von sehr erfahrenen Chirurgen durchgeführt, die seit vielen Jahren in der Proktologie tätig sind und die klassischen und modernen Behandlungen kennen wie z.B. die Laser-Therapie, die Sphinkter-erhaltenden Exzisionen, die plastischen Fistelverschlüsse. Zudem beherrschen sie die differenzierte Diagnostik incl. Endosonograhie, Manometrie und MR.

Eine Anal- oder Perianalfistel ist ein Verbindungsgang vom Enddarm oder After zur Hautoberfläche, der als einzelner Gang durch den äusseren und inneren Schliessmuskel zieht. Der Trakt kann sich verzweigen und Nebengänge ausbilden und dann als sog. «Fuchsbau» imponieren.  Die Fisteln nehmen ihren Ausgang von Entzündungen kleiner Drüsen in diesem Bereich oder sind Folge chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie der M. Crohn. Kommt es zu einem Sekretverhalt im Fistelgang, wird die Fistel zu einem Abszess. Oftmals ist ein solcher Abszess der Startpunkt der Fistel-Erkrankung.

Symptome

Die Analfistel stört vor allem durch stinkende schleimige Absonderungen, ein Gefühl der Unsauberkeit, diffuse schmerzhafte Beschwerden im Beckenboden mit Druckgefühl, Schwellungen unter der Haut und Blutspuren in der Unterwäsche und auf dem Toilettenpapier. Von aussen sind häufig nur kleine Löcher in der Haut zu sehen.  In vielen Fällen tritt sie nach einem akuten Analabszess auf. 

Diagnostik

Die sorgfältige Anamnese, die gezielte Austastung mit dem Finger und einer Fistelsonde und die schmerzlose Spiegelung des Enddarms sind die wichtigsten Instrumente der Diagnostik.  Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei, der Patient liegt auf der linken Seite und hält Hüfte und Knie angewinkelt. Es wird nur der Unterkörper entkleidet, die Schuhe können anbehalten werden.  Eine besondere Vorbereitung des Darmes ist nicht notwendig. 

Für die Identifizierung des anatomischen Verlaufs der Fistel ist die zusätzliche Abklärung mittels Endosonographie notwendig. Dies ist ein spezieller anorektaler Ultraschall, ähnlich dem gynäkologischen Ultraschall.  Damit werden der Durchtritt der Fistel durch den Schliessmuskel, Verzweigungen und chronische Abszesse sichtbar gemacht, was für die Therapieplanung und moderne Fistelchirurgie unverzichtbar ist.

Nur bei hohen, komplexen Fistel ist ein MRT (Magnetresonanztomographie) notwendig. 
Bei Verdacht auf chronisch entzündliche Darmerkrankung können weitere Untersuchungen wie die Darmspiegelung oder ein Computertomogramm notwendig werden.

Therapie

Die Chirurgie der perianalen Fistel hat sich in den letzten 10 Jahren durch neue Methoden der Diagnostik und neu entwickelte Therapieverfahren revolutioniert.  Minimal invasive Verfahren ermöglichen ein gewebeschonendes, kaum schmerzhaftes Entfernen des Fistelganges. Der Schliessmuskel ist nicht mehr gefährdet. Die klassischen Resektionsverfahren mit langem stationären Aufenthalt haben angesichts neuer schonender Behandlungsmethoden an Bedeutung verloren, müssen aber bei gewissen Fällen noch angewendet werden.  Die Behandlung gehört in erfahrene Hände.  

Die Ziele der Operation sind in der Notfallsituation die Entlastung (Spaltung) des Abszesses und Unterbrechung der Entzündung mittels Drainage (Gummiband oder Faden).  Die definitive Fistelchirurgie versucht, den Fistelgang zu verkleben (Laser-Einsatz) und die innere Öffnung plastisch zu verschliessen.  Oberstes Ziel ist die schonende Behandlung des Schliessmuskels.

FAQ – Fragen und Antworten

Letztes Jahr wurden von mir über 400 proktologische Eingriffe durchgeführt., davon 140 stationär.  

Spontan heilende Fisteln gibt es nicht. Fisteln können aber durchaus längere Phasen ruhig bleiben und verkleben. Sie brechen aber immer wieder auf und bilden dann gerne Abszesse aus. Über lange Sicht wachsen Fisteln weiter und bilden Nebengänge aus, die die Schliessmuskelkraft gefährden können. Die Fisteln sollten daher zügig nach Diagnosestellung behandelt werden, am besten in einer ruhigen Phase.

Es gibt keine, weder Salben, Medikamente oder Bäder. Die Therapie der Wahl ist die Operation. Die Ausnahme von dieser Regel ist die Fistel bei Morbus Crohn, die sich bei Behandlung der Grunderkrankung zurückbilden kann.

Eine Vorbereitung ist in der Regel nicht notwendig. Der Enddarm ist normalerweise leer und füllt sich erst kurz vor dem Stuhlgang.

Eine aufwendige Vorbereitung ist nicht notwendig. Bei der Vorbesprechung zur Operation bekommen Sie ein Merkblatt mit den wichtigsten Hinweisen und 2 Microlax Klysmen mit Anleitung zum Gebrauch.

Aus der langen Liste der Operationstechniken muss der Chirurg für jeden einzelnen Patienten die beste und schonendste Methode auswählen. Die Anatomie im Beckenboden ist komplex. Der Erfolg in der Fistelchirurgie hängt von der Erfahrung und Expertise des Operateurs ab.

Nicht jede Fisteloperation ist erfolgreich, Früher betrugen die Rezidivraten mehr als 30 Prozent. Mittlerweile konnte diese gesenkt werden, aber einige Fisteln sind so hartnäckig, dass mehrfach operiert werden muss bis die Heilung erreicht wird.

Die konkreten Empfehlungen gibt der Arzt. Z.B.: Zweimal täglich auf dem Rand der Badewanne sitzend ausduschen, mit lauwarmen Wasser vorsichtig reinigen und einem Tüchlein trocken tupfen. Stuhlregulierung, so dass Sie einmal täglich geformten Stuhlgang haben. Dicke Monatsbinden aus dem Supermarkt können tagsüber getragen werden um diee Umgebung sauber und trocken zu halten. 

Die Gefahr der dauerhaften Inkontinenz besteht durch eine komplexe Fistel selbst. Mit der modernen Laser-Methode wird der Schliessmuskelapparat geschont nicht. Sollten klassische Verfahren zum Einsatz kommen, wird das Risiko angesprochen. Dann wird vorher die Kraft mittels Analmanometrie gemessen. Unser oberstes Ziel ist aber der Erhalt der kraft. Und Kontinenz.

Die Operation verursacht wenig Schmerzen, sie stört eher durch lästige Sekretion in den ersten Wochen. Gelber Belag auf der Wunde ist normal und kein Anzeichen für eine Entzündung. Die Wund heilt nur langsam, da die nicht zugenäht wird. Der Körper reinigt die Wunde durch das Absondern von Flüssigkeit. Etwas Blut gehört dazu und ist harmlos und sogar erwünscht.  Ein eingelegtes Gummiband wird kaum bemerkt.

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit hängt vom Operationsverfahren und Ihrer Tätigkeit ab. Rechnen Sie mit einer, manchmal zwei Wochen.