Infektionschirurgie bei Knochen-, Gelenk- und Weichteilinfektionen
Infektionen des Bewegungsapparates – etwa an Knochen, Gelenken oder Weichteilen – gehören zu den schwerwiegendsten Erkrankungen in der Orthopädie und Unfallchirurgie. Sie können zu erheblichen Schmerzen, Funktionsverlust und im schlimmsten Fall zu dauerhaften Schäden führen.
In unserer Klinik für Orthopädie, Unfall- und Rheumachirurgie behandeln wir akute und chronische Infektionen mit einem konsequenten, individuell abgestimmten Therapiekonzept. Ziel ist es, die Infektion vollständig zu beseitigen und die Funktion des betroffenen Bereichs wiederherzustellen.
Häufige Infektionen des Bewegungsapparates
Zu den wichtigsten Krankheitsbildern gehören:
- Osteomyelitis (Knocheninfektion)
- Osteitis (Entzündung des Knochens)
- Infektionen von Gelenken (septische Arthritis)
- Weichteilinfektionen
- Infektionen nach Operationen oder Verletzungen
- Infektionen von Endoprothesen oder Implantaten
- Spondylodiscitis (Infektion der Bandscheibenräume)
Besonders bei bestehenden Grunderkrankungen oder geschwächtem Immunsystem können Infektionen schwer verlaufen.
Wann ist eine operative Behandlung notwendig?
Infektionen lassen sich häufig nicht allein durch Medikamente behandeln. Ein operativer Eingriff ist insbesondere erforderlich, wenn:
- sich die Infektion im Knochen oder Gelenk ausgebreitet hat
- abgestorbenes oder infiziertes Gewebe vorhanden ist
- Implantate oder Prothesen betroffen sind
- chronische Infektionen bestehen
- konservative Maßnahmen nicht ausreichen
Eine frühzeitige und konsequente Behandlung ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden.
Operative Behandlung von Infektionen
Unsere Schwerpunkte
Die Therapie erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten:
- Gründliche Entfernung des infizierten Gewebes (Débridement)
- Entfernung von Fremdmaterialien, falls erforderlich
- Einbringen von antibiotikahaltigen Zementträgern zur lokalen Therapie
- Anlage von Drainagen zur Ableitung von Wundsekret
- Vakuumversiegelung (VAC-Therapie) zur Wundbehandlung
- Mehrzeitige operative Verfahren bei komplexen Infektionen
Ziel ist die vollständige Kontrolle der Infektion.
Rekonstruktion nach Infektsanierung
Nach erfolgreicher Behandlung der Infektion erfolgt der Wiederaufbau:
- Knochentransplantationen zur Defektauffüllung
- Rekonstruktion von Weichteilen
- Lokale Lappenplastiken zur Deckung von Defekten
- Wiederherstellung der Stabilität
Ergänzende antibiotische Therapie
Die operative Behandlung wird durch eine gezielte antibiotische Therapie ergänzt. Diese erfolgt häufig über einen längeren Zeitraum, meist intravenös, um die Infektion vollständig zu bekämpfen.
Besondere Herausforderungen bei Infektionen
Infektionen können sich im Körper ausbreiten und andere Organe betreffen. Dazu gehören:
- Herzklappen (Endokarditis)
- Bandscheibenräume der Wirbelsäule
- Implantate und Prothesen
Besonders bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist das Risiko erhöht, da die Immunabwehr medikamentös beeinflusst wird.
Besonderheiten unserer Klinik
Bei uns stehen ausreichend Zeit für Ihre Anliegen und sorgfältige Diagnosen im Mittelpunkt.
Ihre Vorteile bei uns:
- Spezialisierung auf komplexe Infektionen des Bewegungsapparates
- Erfahrung mit mehrzeitigen Therapiekonzepten
- Kombination aus operativer und antibiotischer Therapie
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit
FAQs Infektionschirurgie
Häufige Fragen zur Infektionschirurgie
Eine Osteomyelitis ist eine bakterielle Infektion des Knochens. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und erfordert häufig eine operative Behandlung in Kombination mit Antibiotika.
Infiziertes oder abgestorbenes Gewebe kann durch Medikamente allein oft nicht ausreichend behandelt werden. Durch eine Operation wird dieses Gewebe entfernt und die Infektion kontrolliert.
Dabei handelt es sich um die chirurgische Entfernung von infiziertem oder abgestorbenem Gewebe, um die Heilung zu ermöglichen.
Die Vakuumversiegelung ist ein Verfahren, bei dem Wundsekret kontinuierlich abgesaugt wird. Dies unterstützt die Wundheilung und reduziert die Infektion.
Die Behandlung kann mehrere Wochen bis Monate dauern, insbesondere bei chronischen Infektionen. Häufig sind mehrere Operationen erforderlich.
In solchen Fällen muss die Prothese häufig entfernt und die Infektion zunächst behandelt werden, bevor eine erneute Implantation erfolgen kann.
Durch die medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems können Infektionen schwerer verlaufen und schneller fortschreiten.