Informationen für Angehörige

Ein hohes Lebensalter birgt ein Risiko für verschiedene Erkrankungen und kognitive Einschränkungen. Durch eine Klinikeinweisung erleben Betroffene einen Umgebungswechsel, veränderten Tagesrhythmus und das Fehlen von Bezugspersonen. Vor allem Personen mit kognitiven Einschränkungen bzw. einer Demenz haben ein erhöhtes Risiko durch den Umgebungswechsel, Infektionen, Operationen oder aufgrund von Medikamenten ein Delir zu entwickeln.
Ein Delir ist ein plötzlich auftretender, akuter Verwirrtheitszustand, bei dem das Denken, Bewusstsein und Handeln für mehrere Stunden bis Tage verändert ist. Dabei kann es zu Stürzen, Verschlechterung bereits bestehender Erkrankungen und einer Steigerung der Pflegebedürftigkeit kommen.
Das Risiko eines Delirs kann durch kognitive Aktivierung, Schaffung von Orientierung, Berücksichtigung von persönlichen Bedürfnissen und die Anwesenheit von Bezugspersonen reduziert werden.
- aktuellen Medikamentenplan
- Vorsorgevollmacht/Patientenverfügung
- Kontaktdaten, Telefonnummer
- persönliche Dinge (z. B. Kleidung, Hörgerät, Brille, Gehhilfe, Lieblingskopfkissen oder Decke, ggfs. Lieblingsgetränk, passende Schuhe, Wecker, Fotos von Familienmitgliedern)
- Hygieneartikel (z. B. Handtücher, Waschlappen, Duschgel)
- persönliche Gegenstände sollten mit Namensetiketten versehen sein
- Wertsachen besser zu Hause lassen
- Bitte füllen Sie den Biographiebogen aus, falls Sie diesen noch nicht zur Aufnahme mitgebracht haben oder fragen Sie beim Pflegepersonal nach dem Vordruck. Geben Sie diesen beim Pflegepersonal ab.
- Ziehen Sie die Möglichkeit von Rooming In in Betracht oder organisieren Sie regelmäßige Besuche wichtiger Bezugspersonen.
- Achten Sie beim Besuch darauf, dass nicht zu viele Personen auf einmal hier sind (möglichst nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig).
- Weitere Hinweise u. a. zur hilfreichen Gesprächsführung mit Patienten mit Gedächtnisproblemen finden Sie in unserem Flyer. Diesen können Sie hier downloaden oder Sie fragen das Pflegepersonal danach.
- Wenn es Ihnen möglich ist und Sie möchten, besprechen Sie mit dem zuständigen Pflegepersonal wann und bei welchen Aufgaben Sie unterstützen können (z. B. beim Essen anreichen).
- Falls Ihnen während des Krankenhausaufenthaltes Verhaltensänderungen oder geistige Beeinträchtigungen Ihres Angehörigen auffallen, informieren Sie bitte das Pflegepersonal oder den ärztlichen Dienst, damit wir positiv unterstützende Maßnahmen ergreifen können.
Uns ist es ein Anliegen, Sie und Ihren kognitiv gefährdeten Angehörigen präventiv zu begleiten:
- Anpassung des Aufnahmeprozesses in der Notaufnahme (Begleitung durch Angehörige erwünscht)
- regelmäßige Visiten durch Neurologen und Pflegeexperten zur Identifikation und Unterstützung von Patienten mit Delir und Demenz
- Versorgung durch kompetentes und speziell geschultes pflegerisches und ärztliches Personal
- Beschäftigungsbox (mit Spielkarten, Memory, Malutensilien etc.) auf den Stationen. Fragen Sie das Pflegepersonal danach.
Ein Krankenhausaufenthalt ist besonders für ältere Menschen häufig sehr belastend.
Aus diesem Grund hat das AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg zusammen mit dem Hospizverein Neuburg-Schrobenhausen für seine Patientinnen und Patienten einen Besuchsdienst ins Leben gerufen. Dieser setzt sich aus ausgebildeten Hospizhelfern zusammen, die auf freiwilliger Basis Patientinnen und Patienten während ihres Krankenhausaufenthalts hilfreich zur Seite stehen. Durch stundenweise Besuche können Ängste und Unsicherheiten auf eine sehr persönliche Weise reduziert werden. Das Unterstützungsangebot besteht aus Gesprächen, Vorlesen, Spielen von Gesellschaftsspielen und Spaziergängen auf dem Krankenhausgelände.
Die Anfrage für den Besuchsdienst erfolgt über die zuständige Pflegefachperson der jeweiligen Station. Sprechen Sie uns gerne an.