Mit einem außergewöhnlichen Projekt setzt das AMEOS Klinikum St. Josef Oberhausen ein starkes Signal für moderne und ganzheitliche Therapieangebote: Ab sofort ist therapeutisches Boxen fester Bestandteil des Behandlungsprogramms für Patientinnen und Patienten.

„Gerade im suchttherapeutischen Kontext eröffnet Boxen wertvolle Möglichkeiten“, betont Iraklis Panetas, leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. „Es schafft einen geschützten Rahmen, in dem Aggressionen, Anspannung und innere Unruhe konstruktiv verarbeitet werden können.“

Das Angebot folgt klaren therapeutischen Prinzipien: feste Regeln, verbindliche Strukturen und ein respektvoller Umgang miteinander. So werden Selbstkontrolle, Disziplin und Verantwortungsbewusstsein gefördert – drei zentrale Kompetenzen auf dem Weg zu mehr Stabilität im Alltag. Außerdem ist Boxen eine gute Möglichkeit impulsive Reaktionen durch bewusstes Handeln zu ersetzen.

Panetas unterstreicht die Wirkung des neuen Angebots: „Beim therapeutischen Boxen lernen unsere Patientinnen und Patienten, intensive Emotionen gezielt zu regulieren und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Gleichzeitig hilft die körperliche Aktivität dabei, Stress und Suchtdruck spürbar zu reduzieren.“

Durch das kontrollierte Agieren in einem geschützten Raum entsteht zudem ein vertrauensvoller Rahmen, in dem sich Patientinnen und Patienten häufig leichter für persönliche Themen öffnen. Erlebte Frustrationen im Training werden gemeinsam mit den ärztlichen oder therapeutischen Teams reflektiert und eingeordnet – ein Prozess der langfristig die Resilienz verbessert.

Betreut wird das Projekt von den Therapeuten des AMEOS Reha Zentrum Oberhausen unter der Leitung von Birol Dursun. Der ehemalige Boxer hat die Einführung mit großem Engagement vorangetrieben: „Boxen bedeutet nicht, gegeneinander zu kämpfen – sondern mit sich selbst zu arbeiten. Genau darin liegt die therapeutische Kraft.“

 „Dass wir mit dem neuen Angebot einen ausdrücklichen Wunsch unserer Patientinnen und Patienten erfüllen konnten, ist für uns ein starkes Zeichen gelebter Teilhabe“, sagt Dr. Kyriakoula Manaridou, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. 

Auch medizinisch ist die Wirkung klar: „Bewegung, Ausdauer und Kraft wirken sich nachweislich positiv auf den Behandlungserfolg aus“, erklärt Manaridou.

Mit dem Bewegungsangebot erweitert das AMEOS Klinikum St. Josef Oberhausen sein therapeutisches Spektrum konsequent und unterstreicht seinen ganzheitlichen Ansatz in der stationären Versorgung. Die Chefärztin blickt nach vorn: „Wir wollen Angebote schaffen, die Motivation und Teilhabe stärken. Denn alles, was Menschen aktiviert und einbindet, unterstützt ihre nachhaltige Stabilisierung im Therapiealltag.