Wenn Nerven kribbeln, brennen oder taub werden, steckt nicht selten eine Polyneuropathie dahinter – eine Erkrankung, die für Betroffene den Alltag erheblich erschweren kann. Im AMEOS Reha Klinikum Lübeck wird diesem Krankheitsbild nun mit einem neuen spezialisierten Therapieangebot begegnet.
Im Rahmen einer Netzwerkveranstaltung stellte das Klinikum mit dem Fokus auf Abhängigkeitserkrankungen die sogenannte Indikativgruppe „Polyneuropathie“ Kooperationspartnern vor. Durch gezieltes Sensibilitätstraining sollen dabei Beschwerden reduziert sowie Feinmotorik und Gangbild verbessert werden. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden im Alltag zu stärken und ihre Lebensqualität nachhaltig zu erhöhen.
Neben dieser Neuerung gab das Klinikum einen umfassenden Einblick in sein bestehendes Leistungsspektrum. Zu den Behandlungsschwerpunkten zählen unter anderem Alter und Sucht, Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), ADHS, Angst und Depression. Ergänzend dazu bietet die Einrichtung vielfältige Programme, die über die rein medizinische Rehabilitation hinausgehen.
Dazu gehört auch das etablierte BORA-Konzept („Berufliche Orientierung in der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitserkrankter“), das die Rückkehr ins Berufsleben gezielt unterstützt. Mit Angeboten wie Bewerbungstrainings, Arbeitstherapien in den Bereichen Handwerk, EDV und Hauswirtschaft sowie internen und externen Arbeitserprobungen werden Rehabilitandinnen und Rehabilitanden dabei begleitet, ihre Belastbarkeit einzuschätzen und neue berufliche Perspektiven
zu entwickeln.
Wie diese Ansätze in der Praxis umgesetzt werden, konnten die Teilnehmenden der Veranstaltung auch selbst erleben: In Workshops wurden unter anderem Achtsamkeitsübungen durchgeführt, Einblicke in therapeutische Anwendungen gegeben und alltagsnahe Gesundheitsangebote wie die Zubereitung gesunder Smoothies vorgestellt.
Jessica Gottwald, Leitende Psychologische Psychotherapeutin am AMEOS Reha Klinikum Lübeck, betont: „Die Netzwerkveranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der enge Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren ist. Nur durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit können wir die Versorgung unserer Rehabilitandinnen und Rehabilitanden nachhaltig verbessern.“
Chefärztin Diana Noskova ergänzt: „Mit den vielfältigen etablierten und neuen Angeboten können wir noch gezielter unterstützen – sowohl in der gesundheitlichen Stabilisierung als auch auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Berufsleben.“
