Die Versorgung von psychiatrischen Patientinnen und Patienten erfordert Erfahrung, fachliches Wissen und Fingerspitzengefühl. Doch für viele Pflegekräfte, die direkt nach der Ausbildung oder aus somatischen Kliniken am AMEOS Klinikum Bremen ihre Tätigkeit aufnehmen, ist die Arbeit in der Psychiatrie Neuland. Um sie gezielt auf die besonderen Anforderungen vorzubereiten, hat das Klinikum ein neues Fortbildungsformat etabliert: die Pflegeintervision.

Die Pflegeintervision ist eine verpflichtende Fortbildung für alle neu beginnenden Pflegekräfte und erstreckt sich über sechs Termine innerhalb von sechs Monaten. In einem geschützten Rahmen und in festen Gruppen von 10 bis 15 Teilnehmenden werden zentrale Themen der psychiatrischen Pflege praxisnah vermittelt und reflektiert. 

Die Inhalte umfassen unter anderem Themen wie Grundhaltung, professionelle Verantwortung, multiprofessionelle Zusammenarbeit, Milieugestaltung, Konflikte mit Patientinnen und Patienten, sowie Kollegiale Beratung. Insbesondere komplexe Themenfelder wie die Gestaltung der Bezugspflegegespräche sowie die Beziehungsarbeit mit den Patientinnen und Patienten stehen während der Einheiten im Mittelpunkt. „Die Unterschiede zwischen psychiatrischer und somatischer Pflege sind mitunter sehr groß. Wir möchten unseren neuen Mitarbeitenden den Start durch das neue Fortbildungsformat erleichtern“, sagt Sven Helliger, Pflegedirektor am AMEOS Klinikum Bremen. Das Ziel für die Teilnehmenden ist es, Sicherheit im Umgang mit psychiatrischen Patientinnen und Patienten zu gewinnen und die eigene pflegerische Rolle klar zu definieren. 

Geleitet wird die Pflegeintervision von Christin Kunert, Pflegefachkraft auf der Station A2. Als Absolventin des Bachelorstudiengangs „Psychiatrische Pflege“ ist es ihr ein besonderes Anliegen, die Rolle der Pflege innerhalb der Psychiatrie zu stärken und das berufliche Selbstverständnis der Kolleginnen und Kollegen weiterzuentwickeln. „Pflege ist ein eigenständiger, hochprofessioneller Beruf mit spezifischem Fachwissen. Die Pflegeintervision soll dazu ermutigen, dieses Wissen selbstbewusst zu vertreten und auch im multiprofessionellen Team aktiv in den Diskurs zu gehen“, so Kunert.

Mit der Einführung der Pflegeintervision setzt das AMEOS Klinikum Bremen ein klares Zeichen für die Qualität der pflegerischen Arbeit und die nachhaltige Einarbeitung neuer Mitarbeitender. „Uns ist es ein großes Anliegen, einer möglichen Überforderung von Anfang an mit hilfreichen Unterstützungsmaßnahmen entgegen zu wirken“, betont Krankenhausdirektorin Nadine Armonies. Gleichzeitig leistet das Angebot einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung der psychiatrischen Pflege und zur langfristigen Bindung von Fachkräften.