Gefäßchirurgie
Klinik für Gefäßchirurgie mit neuem Expertenteam
Das AMEOS Klinikum Eutin führt seine Klinik für Gefäßchirurgie mit einem neu aufgestellten Team fort. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Blutgefäße und des Herz-Kreislauf-Systems eine moderne, hochspezialisierte und zugleich wohnortnahe Versorgung anzubieten.
Unser ärztliches Team
Die Klinik für Gefäßchirurgie im AMEOS Klinikum Eutin wird von dem neuen Chefarzt Dr. med. univ. Miroslav Paripovic geleitet, der gemeinsam mit seinem leitenden Oberarzt Dr. med. Almounqed Mahdi und seinem erfahrenen Oberarzt Dr. med. Mehrdad Mahmoodi antritt. Das ärztliche Führungsteam verfügt über umfangreiche fachliche Expertise sowie internationale klinische Erfahrung. Zum Behandlungsspektrum zählen moderne offene und minimalinvasive gefäßchirurgische Verfahren, ergänzt durch eine enge Zusammenarbeit mit Kardiologie, Radiologie und Intensivmedizin.
Behandlung von Erkrankungen des Gefäßsystems
Die Gefäßchirurgie befasst sich mit Erkrankungen der Arterien und Venen – etwa mit Durchblutungsstörungen der Beine, Verengungen der Halsschlagader oder Erweiterungen der Hauptschlagader (Aneurysmen). Typische Beschwerden, mit denen sich Betroffene vorstellen, sind Schmerzen beim Gehen, kalte oder schlecht heilende Füße, Taubheitsgefühle oder Schwindel. Eine häufige Diagnose ist beispielsweise die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), bei der verengte Gefäße die Durchblutung der Extremitäten beeinträchtigen.
Fachsprechstunden für Ihr Anliegen bei Gefäßproblemen
Wir bieten Ihnen Sprechstunden zu folgenden Themen an:
- Angiologisch-gefäßchirurgische Sprechstunde
- Shuntsprechstunde
- Sklerosierungssprechstunde (Schaumverödung von Krampfadern)
- Wundsprechstunde
Bitte vereinbaren Sie einen Termin.
Die Privatsprechstunde von Chefarzt Dr. med. (univ. Belgrad) Miroslav Paripovic findet am Donnerstag zwischen 14:00 und 16:00 Uhr nach Terminvereinbarung statt - Terminvergabe unter Tel. 04521 787 5011.
Bei Notfällen ist die chirurgische Notfall-Ambulanz in den AMEOS Klinika Eutin und Oldenburg rund um die Uhr besetzt.
Ärztliche Leitung
Miroslav Paripovic
Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, Facharzt für GefäßchirurgieAlmounqed Mahdi
Leitender Oberarzt der Klinik für GefäßchirurgieLeistungsspektrum
In der gefäßchirurgischen Abteilung in Eutin werden verschiedene Erkrankungsbilder der Arterien (Schlagadern) und Venen untersucht und behandelt.
Zusammen mit unseren Angiologen und Angiologinnen, unserer Wundmanagerin und in enger Absprache mit den Nephrologen und Nephrologinnen bieten wir Sprechstunden zu folgenden Themenbereichen an:
- Durchblutungsstörungen der Bauch-/Becken- und Beinschlagadern, ggf. auch der Arm- und Eingeweideschlagadern
- Verengung der Halsschlagadern
- krankhafte Erweiterungen der Bauch-, Brust-, Becken- und Kniekehlenschlagadern und ggf. auch anderer Schlagadern
- individuelle Möglichkeiten für Dialysezugänge
- chronische Wunden
- Krampfadern (wir bieten u.a. eine Sklerosierungssprechstunde an, Sommerpause Juli und August)
Unsere moderne gefäßchirurgische und angiologische Diagnostik:
- Duplexsonografie (Ultraschalluntersuchung) von Bauchschlagader, Halsschlagadern, Becken- und Beinschlagadern, Krampfadern
- Angiologische Untersuchungen wie z.B. Oszillografie, Kapillarmikroskopie und Kontrastmittelsonografie
- Duplexsonografie zur individuellen Planung des optimalen Dialysezugangs („Gefäßmapping“)
- Radiologische Gefäßdarstellung mittels MRT-/CT-Angiografie und digitaler Subtraktionsangiografie (DSA)
Operative, interventionelle und konservative Behandlungsverfahren
Im operativen Bereich bieten wir Ihnen das volle Spektrum an Ausschälungs- und Gefäß-Rekonstruktionsplastiken, Bypassverfahren aus Eigenvene oder Kunststoffprothesen, Krampfader-Stripping und –Radiowellenverödung an. Dialysezugänge werden aus Eigengefäßen oder bei Bedarf mit Kunststoffprothesen angelegt. Auch die Versorgung mit einem Dialysekatheter ist möglich.
Die Behandlung von Aneurysmen der Bauchaorta kann mittels moderner kathetergesteuerter Stentprothesen-Versorgung sowie durch eine konventionelle Operation erfolgen. Aneurysmen der Brustschlagader versorgen wir ggf. mit einer Stentprothese.
Darüber hinaus führen wir eine Vielzahl an Gefäßinterventionen in örtlicher Betäubung über eine Punktion der Leistenschlagader durch. Hierzu zählen die Ballonaufdehnung und die Stentversorgung von Engstellen der Arterien.
Medikamentöse Therapie, Physiotherapie, Wundmanagement
Die konservative Behandlung von Gefäßerkrankungen umfasst die medikamentöse Therapie, Physiotherapie, manuelle und apparative Lymphdrainage, modernes Wundmanagement und die kompetente und individuelle Pflege durch unsere qualifizierten Pflegekräfte.
Am Standort Eutin ist außerdem die Notfallversorgung mit einer diensthabenden Fachärztin oder einem diensthabenden Facharzt für Gefäßchirurgie rund um die Uhr gewährleistet.
Was ist die periphere Arterielle Verschlusskrankheit?
Die periphere Arterielle Verschlusskrankheit (kurz pAVK) wird im Volksmund auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. Bei der pAVK kommt es durch Ablagerungen in den Schlagadern zu einer verminderten Durchblutung des Gewebes, meistens in den Beinen. Unter Belastung führt dies zu muskelkaterähnlichen, krampfartigen Schmerzen, die die Betroffenen zum Pausieren beim Gehen zwingen.
Risikofaktoren
Risikofaktoren für diese Erkrankung sind vor allem Nikotinkonsum, eine Diabeteserkrankung, eine Störung des Blutfettstoffwechsels (erblich oder durch Übergewicht und ungeeignete Ernährung bedingt), Bluthochdruck und Bewegungsmangel.
Das Vorliegen eines oder mehrerer dieser Risikofaktoren führt über Jahre zu einer schleichenden Verkalkung der Schlagadern, welche erst im Spätstadium Symptome verursacht. Meistens fällt den Betroffenen als erstes die schmerzhafte Einschränkung der Gehstrecke auf, welche im späteren Verlauf zu hartnäckigen Ruheschmerzen und zum Absterben von Gewebe führen kann.
Gefährliche Folgeerkrankungen
Allerdings beschränkt sich die Erkrankung nicht nur auf die Beine, sondern kann auch die Halsschlagadern, Herzkranzgefäße, Eingeweideschlagadern und alle anderen Schlagadern des Körpers betreffen. Es besteht also zusätzlich ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und schwere Nierenschädigungen.
Eine Heilung der Erkrankung ist bisher nicht möglich. Durch Reduktion der Risikofaktoren und rekonstruktive Gefäßeingriffe bzw. Gefäßinterventionen ist es jedoch möglich, die Symptomatik zu verbessern und ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Sie können also durch einen gesunden Lebenswandel mit Nikotinkarenz, viel Bewegung und gesunder Ernährung sowie einer guten Blutzucker- und Blutfetteinstellung maßgeblich zum Langzeiterfolg Ihrer Intervention/Operation beitragen.
Halsschlagader betroffen
Bei der Carotisstenose handelt es sich um eine Ablagerung von Kalk und Blutfetten im Bereich der hirnversorgenden Halsschlagader. Die Bezeichnung „Carotisstenose“ setzt sich aus dem Fachwort für Halsschlagader (Arteria carotis) und dem Fachwort für eine Engstelle (Stenose) zusammen.
Warnhinweise: neurologische Ausfälle
Symptome treten bei dieser Erkrankung oft gar nicht, oder aber plötzlich im Rahmen eines Schlaganfalls auf. Warnhinweise können zum Beispiel Sehstörungen und vorübergehende neurologische Ausfälle (lokalisierte Schwäche/Lähmungen, Sprachstörungen) als Zeichen einer Minderdurchblutung des Gehirns sein.
Mittels einer Ausschälungs- und Gefäßerweiterungsplastik lässt sich die Engstelle operativ beseitigen. Währenddessen wird die Hirnfunktion mit Hilfe eines Neuromonitorings kontinuierlich überwacht. Postoperativ erfolgt die Betreuung auf unserer Intensiv-/Überwachungsstation.
Bezüglich dieses Erkrankungsbildes besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Neurologinnen und den Neurologen der August-Bier Klinik Malente und des AMEOS Klinikums Oldenburg.
Aneurysma: stille Gefahr
Unter einem Aneurysma versteht man die krankhafte Aussackung einer Schlagader auf den mindestens 1,5-fachen Gefäßdurchmesser. Diese Aussackungen können prinzipiell jede Schlagader betreffen, treten aber typischerweise vor allem im Bereich der Bauch-, Becken- oder Kniekehlenschlagadern auf. Kleinere Aneurysmen sollten in regelmäßigen Abständen per Ultraschall auf Größenzunahme untersucht werden. Werden bestimmte Grenzwerte überschritten, droht die Gefahr einer Verblutung durch Platzen des Aneurysmas. Zusätzlich kann es im Bereich der Aussackung zu einer Blutgerinnselbildung mit drohendem Gefäßverschluss kommen.
Operative Behandlung notwendig
Daher ist die operative Versorgung sinnvoll. Aneurysmen der Bauch-, Brust- und Beckenschlagader(n) können in der Regel mit modernen Stentprothesen versorgt werden, welche über einen kleinen Leistenzugang unter Röntgenkontrolle eingesetzt werden. Eine offene OP ist nur noch in seltenen Fällen notwendig. Aneurysmen der Kniekehlenschlagadern werden üblicherweise mit einem Bypass überbrückt.
Krampfadern
Das Krampfaderleiden (Fachwort „Varicosis“) ist eine erblich begünstigte Erkrankung der Beinvenen. Weitere Risikofaktoren für diese Erkrankung sind eine stehende Tätigkeit, Schwangerschaften und Übergewicht.
Ursachen und Symptome
Durch eine Undichtigkeit der Venenklappen kommt es zu einem Rückstau des Blutes in den Beinvenen, was zu einer Erweiterung der Venen und infolge oft zum Anschwellen der Knöchel mit Spannungsgefühl führt. Im Spätstadium kommt es zur Ablagerung von Eiweißen und Farbpigmenten in der Haut, die Haut wird verletzlich und es kann ein „offenes Bein“ resultieren.
Behandlung
Die konservative Therapie des Krampfaderleidens erfolgt durch konsequentes Tragen von Kompressionsstrümpfen. Bei ausgeprägter Schwellung kann auch eine manuelle oder apparative Lymphdrainage indiziert sein. Die operative Versorgung erfolgt durch die konventionelle Stripping-Operation, bei der die Krampfadern gezogen werden. Alternativ besteht die Möglichkeit einer Radiofrequenz-Ablation, bei der die Vene durch eine innere Hitzeapplikation verödet wird. Zusätzlich bieten wir eine Sprechstunde zur Schaumverödung von Besenreisern und kleineren Krampfadern an.
Begleitung von Dialysepatienten
Menschen, die unter einem Verlust der Nierenfunktion leiden, benötigen eine Blutwäsche (Dialyse), welche die Entgiftungs- und Entwässerungsfunktion der Niere ersetzt. Um eine Dialyse durchführen zu können, wird ein Gefäßzugang benötigt, der von seiner Größe her dazu geeignet ist, ein Blutvolumen von ca. 300 ml pro Minute der Dialysemaschine zuzuführen.
Körpereigene Gefäße oder Kunststoffgefäße
Für einen Dialysezugang wird idealerweise in einer kleinen OP in lokaler Betäubung ein Kurzschluss (Shunt) zwischen einer Armschlagader und einer Armvene hergestellt.
Stehen keine geeigneten körpereigenen Gefäße zur Verfügung, kann ein Shunt durch Implantation eines Kunststoffgefäßes an den Armen oder Beinen angelegt werden.
Versorgung auch in Notfällen
Bei dringlichem Dialysebeginn und in besonderen Einzelfällen ist die Versorgung mit einem unter der Haut getunnelten, dauerhaften Dialysekatheter möglich.
Notwendige Korrekturen an Dialyseshunts führen wir nach kurzfristiger Terminvergabe je nach Notwendigkeit in örtlicher Betäubung oder Narkose, in offener Technik oder interventionell durch. Die notfallmäßige Vorstellung bei einem Verschluss des Dialysezugangs ist jederzeit möglich.