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Stürze im Alter: Mit Mut wieder auf die Beine kommen

«In diesem Jahr bin ich bereits zweimal gestürzt. Beim letzten Sturz habe ich mir den Arm gebrochen. Seither fühle ich mich unsicher in der täglichen Bewegung. Kann ich dagegen etwas unternehmen?». Marta K., 78 Jahre

Calin Gurguta antwortet:
Ihre Unsicherheit kann ich sehr gut verstehen. Etwa ein Drittel aller über 65-jährigen noch selbstständig lebenden Seniorinnen und Senioren stürzen mindestens einmal pro Jahr. In der Altersgruppe der 90- bis 99-Jährigen sind es sogar mehr als die Hälfte. Die jährliche Sturzquote von Personen in Heimen liegt noch deutlich über derjenigen von Menschen, die zu Hause leben. Ein Sturzereignis kann bei älteren Personen gravierende Folgen haben. Von Kopf- und Hirnverletzungen bis hin zu Knochenbrüchen mit der Gefahr des Verlustes der Selbständigkeit. Oft bleibt bei den Betroffenen eine grosse Sturzangst zurück, die die Lebensqualität weiter einschränkt. Es entsteht ein Teufelskreis: Aus Angst wird die körperliche Aktivität reduziert, das führt zum Abbau von Muskulatur – das Risiko für Stürze steigt.

Der wichtigste Risikofaktor ist das fortschreitende Alter: Kraft und Koordination lassen nach, Schwerhörigkeit und vor allem eine zunehmende Sehschwäche erschweren die Orientierung. Einige Medikamente – vor allem Blutdruck-, Schmerz- und Beruhigungsmittel – beeinträchtigen zudem den Gleichgewichtssinn. Äussere Sturzursachen kommen hinzu. Daher sollten Stolperfallen im Haushalt wie lose Teppiche und Elektro- und Telefonkabel, aber auch fehlende Handläufe und schlechte Beleuchtung erkannt und beseitigt werden. Dies senkt die Sturzgefahr bei älteren Menschen mit Sehschwäche erheblich.

Ist es bereits zu einem schweren Sturz gekommen, fehlt vielen Betroffenen der Mut, sich wieder allein zu bewegen und zu versorgen. Sie fürchten, nach einem erneuten Sturz nicht wieder aufstehen zu können. Doch das lässt sich mit professioneller Anleitung trainieren. Dabei kommt es nicht nur auf die körperliche Kraft, eine individuell angepasste Ernährung und eine entsprechende Medikamenten-Optimierung, sondern vor allem auf den Willen und das Wissen an, wie man wieder auf die Beine kommt und welche Hilfsmittel dafür benötigt werden.

Dr. med. 

Calin Gurguta

Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie, 
Chefarzt Geriatrie,
AMEOS Spital Einsiedeln

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