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Ihr AMEOS Gesundheitsratgeber

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Kann Schnarchen Ihre Gesundheit gefährden?

Schnarchen ist weit verbreitet, alters- und geschlechtsabhängig. Eine sorgfältige Abklärung ist wichtig.

Am häufigsten schnarchen Männer im mittleren bis höheren Lebensalter, aber auch Frauen sind in dieser Altersgruppe häufig betroffen. Wie stark Betroffene bzw. Bettpartner/innen unter störendem Schnarchen (Ronchopathie) leiden, ist individuell und hängt in hohem Masse von der Wahrnehmung des Einzelnen ab. Das Leid und die Probleme entstehen oft durch die sozialen Folgen, wodurch eine Einschränkung der Lebensqualität möglich ist.

Was ist Schnarchen?

Das Schnarchen entsteht durch eine Vibration von Weichteilen an Engstellen des oberen Atemweges während des Schlafs. Auslöser ist die Abnahme der Muskelspannung im Bereich des oberen Atemweges, die mit dem Schlaf eintritt. Dadurch erhöht sich die Vibrationsbereitschaft des Weichgewebes. Typische anatomische Befunde können Schleimhaut-Überschuss im Bereich des weichen Gaumens oder eine Vermehrung von Weichteilgewebe im Rachen sein. Die Schnarchgeräusche entstehen häufig im gesamten Bereich des Rachens, seltener im Kehlkopf.

Ist Schnarchen schädlich?

Um diese Frage zu beantworten, werden die medizinische Vorgeschichte und Beschwerden des Patienten erhoben. Eine schlafmedizinische Erkrankung im engeren Sinn muss ausgeschlossen werden können. Deswegen werden Fragen zur Erholsamkeit des Schlafs, Atempausen, Tagesschläfrigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen untersucht.

Die körperliche Untersuchung umfasst die folgenden Bereiche:

  • Körpergrösse und -gewicht
  • Untersuchung von Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf
  • Untersuchung der Nase
  • Erfassung von Zahnstatus sowie eventueller Bissfehlstellungen
  • Form des Gesichtsschädels (z.B. Stellung des Unterkiefers)

Wenn die medizinische Erhebung der Beschwerden und die körperliche Untersuchung durch den Arzt als unauffällig eingeschätzt werden, ist Schnarchen nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht schädlich.

Behandlungsmöglichkeiten

Gibt es Hinweise für eine schlafbezogene Atemstörung (Apnoe) bzw. auf eine schlafmedizinische Erkrankung, erfolgt eine schlafmedizinische Diagnostik mit einer Schlaflaboruntersuchung (Polysomnographie) oder einer Untersuchung zu Hause (Polygraphie). Handelt es sich beim Schnarchen um ein isoliertes Phänomen, gibt es eine Reihe von so genannten konservativen und operativen Verfahren.

Konservative Verfahren

Häufig hängt das Schnarchen mit einem erhöhten Körpergewicht zusammen. Eine Gewichtsreduktion wird unbedingt empfohlen. Das Vermeiden von Schlafmitteln, der Verzicht auf Nikotin und die Reduktion von Alkohol am Abend können das Schnarchen ebenfalls reduzieren. Kommt das Schnarchen ausschliesslich in Rückenlage vor, kann das Tragen einer Rückenlage-Verhinderungsweste helfen. Bei einer Kieferstellung, die das Schnarchen begünstigt, gibt es zahnärztliche Bissschienen, die den Kiefer vorverlagern und damit die Atemwege erweitern. Im Zusammenhang mit Atempausen kann auch eine Maskentherapie sinnvoll sein.

Operative Verfahren

Chirurgische Eingriffe sollten bei Schnarchern sehr zurückhaltend vorgenommen werden, da Langzeiterfolge wissenschaftlich ungenügend untersucht sind. Somit ist interdisziplinär abzuwägen, was sinnvoll ist. Bei einer subjektiven Nasenatmungsbehinderung kann eine Nasenoperation das Schnarchen vermindern, wobei nicht vorhergesagt werden kann, wie stark der Effekt ist. Weitere leichte chirurgische Eingriffe sind die Reduktion des Weichteilüberschusses und Weichgaumenimplantate (laserchirurgische, LAUP- bzw. elektrochirurgische Verfahren, die so genannte Radiofrequenztherapie).

Sorgfältige Abklärung ist unerlässlich

Eine sorgfältige Abklärung ist wichtig, um ein auf den Betroffenen geeignetes Behandlungsprogramm einzuleiten. Dazu bietet der Bereich Schlafmedizin des Seeklinikums Brunnen in Zusammenarbeit mit den Hals-Nasen-Ohren-Ärzten (NHO) Dr. med. Rolf Studer und Dr. med. Jörg Frischknecht spezielle Schnarchsprechstunden an.